Jasper – der Singer/Songchatter am 18. Juni live im Blue Shell

Jasper März ist ein glänzender Beobach­ter mit feinen Antennen. Seine poetischen Alltagsgeschichten beleuchten das Leben auf amüsante und melancholische, auf ge­fühlvolle und ironische Weise. Und sie be­rühren, sprechen vielen Menschen aus der Seele. So wie „Der HDL Song“, eine augen­zwinkernde Abrechnung mit dem digitalen Kürzel-Wahn, den Jasper im April 2008 auf der Internet-Videoplattform YouTube platzierte. Resultat: 1,7 Millionen Aufrufe. „Ich habe meine Lieder ins Netz gestellt, um Freunde, die an meiner Musik interes­siert sind, auf dem Laufenden zu halten. Eine größere Aufmerksamkeit zu erlangen, hatte ich dabei nicht im Sinn“, erklärt der 22-jährige Sänger, Texter, Komponist und Gitarrist. Am 18. Juni präsentiert Jasper sein erstes Album im Blue Shell. Seine plötzliche wie unerwartete Online-Popularität blieb auch den Mitar­beitern des Labels Ariola nicht verborgen. Dort erscheint das 13 Songs umfassende Debütalbum „Neidlos“ am 15.05.2009. Der gebürtige Emder schrieb zunächst Ge­dichte und verfasste Kurzgeschichten, be­vor er den Schwerpunkt auf die Verbindung von Text und Musik setzte. Dabei stellt Jas­per Inhalte in den Mittelpunkt seiner spar­sam instrumentierten Lieder. Inhalte, die sich mit Freundschaft, (Nächsten-)Liebe, Hoffnung, Trauer beschäftigen – und mit menschlichen Marotten. Er findet Worte, die weder bedeutungsschwer noch ober­flächlich sind: „Ich baue dir eine Maschine, die dich wieder lächeln lässt / Und doch verziehst du keine Miene, ich zieh alle Schrauben fest / Die starren Züge, die dich zeichnen, deine schwarzen Augenhöhlen / Würde ich so gern mit Farbe streichen, was dann noch quietscht, das lass ich ölen.“ Die­ser Textauszug aus dem Lied „Ein kleines Wunder“ wärmt die Seele, bietet Schutz und Geborgenheit. Beim verschmitzten Song „Lioba“ bringt Jasper den Zuhörer dann wiederum zum Schmunzeln, wenn er der fiktiven Freundin ein „adipöses Herz“ attestiert. Der lateinische Begriff bedeutet eigentlich fettleibig, übergewichtig. Jasper nahm jedoch eine charmante Umdeutung vor. Im neuen Kontext bedeutet es: großes Herz. Muss man erstmal drauf kommen. Derartige Wortspiele stellt Jasper in den Dienst seiner Geschichten. Intellektuelle Eitelkeiten sind seine Sache nicht. Eben­so liegt ihm fern, Dinge von oben herab zu betrachten und zu analysieren. Der Singer/Songwriter geht stattdessen auf Tuchfühlung mit dem Leben. „Ich finde es spannend, bestimmte Situationen des Le­bens festzuhalten und in bildhafter Spra­che greifbar zu machen. Das heißt aber nicht, dass die Liedtexte immer meine eigenen Erfahrungen 1:1 widerspiegeln. Wenn Zuhörer sich fragen, ob die Songs autobiografisch sind, habe ich das Gefühl, mit meinen Texten nah an der Wirklichkeit zu sein.“ So wie beim Titelsong „Neidlos“, in dem Jasper sehr witzig die Schnellle­bigkeit unseres Alltags besingt – mit der provokanten Einstiegszeile des Refrains: „Als ich so alt war wie du […]“. Dahinter steckt keine Frühvergreisung, sondern die Erkenntnis, dass sich schon zwei Jahre Le­benszeit heutzutage bisweilen wie 20 Jah­re anfühlen können, wenn man sich mal die Zeit für einen Rückblick nimmt. Weil viel passiert, weil oft den Ereignissen hin­terher gehechelt wird, statt Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Reflexionsfähigkeit und Erdung haben sich bei Jasper früh entwickelt, durch intensive Jugendarbeit. Zuletzt in Stuttgart, wo der engagierte Musiker ein freiwilliges soziales Jahr absolvierte. Ihm ist es wichtig, Ju­gendliche zu begleiten bei der Auseinan­dersetzung mit den Fragen des Lebens. Mittlerweile tut er das auf musikalische Art, seine Songs regen zum Nachdenken, zum Mitfühlen, zum Träumen, zum Hoffen an. Die begeisterten Kommentare auf YouTube zeigen, dass er die Sprache nicht nur ei­ner Generation spricht. Was zweifellos da­ran liegt, dass „Neidlos“ ohne Erwartungs­druck, also ganz nach den Vorstellungen des Künstlers entstanden ist. Noch vor der Vertragsunterzeichnung nahm Jasper die 13 Songs im Vintage-Music Studio auf, mit­hilfe der Produzenten und Musiker Detlef Wiedeke (Bass, Gitarre) und Nick Ooster­huis (Orgel, Piano, Gitarre). Schlagzeuger Sönke Hardt komplettierte das Quartett. Die Lieder von Jasper März sind authen­tisch und inspirierend, von der ersten bis zur letzten Minute. Wem ein derartiges Kunststück bereits mit dem Debütalbum gelingt, dem ist neidlose Anerkennung ge­wiss.

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