“Ich habe eine Gitarre und bin bereit zu reisen”
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Mit dieser simplen Formel überrascht uns der ganze 18! Jahre alte Singer/Songwriter JUSTIN NOZUKA aus Toronto. In Europa noch weitgehend unbekannt, schickt er sich nun an, sein unglaubliches Talent auch hier zu präsentieren. Seine Stücke, ein Mix aus Blues, Folk und souligem Singer/Songwritertum erregen massiv Aufmerksamkeit und ziehen die Zuhörer in ihren Bann. Das hat er unlängst mit seinem Auftritt im ehrwürdigen Deutschen Schauspielhaus anlässlich des 70. Geburtstag der ebenso ehrwürdigen Hamburger Promoter-Ikone Karsten Jahnke unter Beweis gestellt. Im April kommt JUSTIN NOZUKA erstmals auf Clubtour, die ihn u.a. auch nach Köln ins Blue Shell führen wird. Dieser Abend wird einen Künstler präsentieren, der sich anschickt, die Zukunft der Musikszene intensiv mit zu gestalten.
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Es ist das Erwachsene, das einem zuerst auffällt. Lieder über Liebe, Verlust, Hoffnung, Verzweiflung, Leben und Sterben, vorgetragen von einer unverdorbenen, gefühlvollen Stimme. Eine Stimme, deren Besitzer gerade einmal dabei ist, die Schule zu beenden.
Die Rede ist von Justin Nozuka, 18 Jahre alt, geboren in New York, aufgewachsen in Toronto, wo er auch heute noch lebt. Er ist unglaublich bescheiden, hat aber ein Album auf die Beine gestellt, das langsam aber sicher Aufmerksamkeit erregt und das Reden für ihn übernimmt. Sein Label Outcaste drängt “Holly” mit angemessener Geschwindigkeit in das britische Bewusstsein, um Justins Mix aus Blues, Folk und souligem Singer-Songwritertum endlich dem internationalem Publikum zugänglich zu machen, für das er wie gemacht scheint.
Nozuka legt seiner aufkeimenden Karriere eine “habe Gitarre, bin bereit zu reisen”-Einstellung zugrunde, die mit so bemerkenswerten Songs, wie sie “Holly” hervorbringt, genau der richtige Weg ist. Die Art offener Emotionen, die er in seinen Kompositionen transportiert, haben etwas Bezwingendes. Sie decken die komplette emotionale Bandbreite ab, angefangen bei Isolation in “Down In A Cold Dirty Well”, dem Wohlfühl-Faktor auf “I’m In Peace” und sehnsüchtiger Besinnlichkeit auf “Supposed To Grow Old” bis hin zum kräftigen Blues auf “Be Back Soon”.
All jene, die Justins Live-Debüt in Londons 12 Bar Club im Januar beiwohnen konnten, hörten am Ende des Sets den (buchstäblichen) Show-Stopper “Save Him”. Eine gruselige Darstellung häuslicher Gewalt, die seine erste tiefgreifende Ballade geworden ist. Wäre der Song ein Buch, würde man ihn als besonders fesselnd bezeichnen. “Während des Schreibens,” sagt er, “brauchte ich ein paar Stunden, dann zog es mich tiefer und tiefer in die Geschichte, als wäre ich gleich nebenan und hörte, was auf der anderen Seite der Wand passierte.”
Unterhält man sich mit ihm, spiegelt sich die bescheidene Zuversicht der Songs in der Person, die sie hervorgebracht hat, wieder. “Es passiert alles sehr schnell, aber es fühlt sich nicht verrückt an,” sagt er. “Ich habe in Toronto schon sehr oft live gespielt und meine Anhängerschaft scheint tatsächlich zu wachsen. Es fühlt sich alles richtig an und es fühlt sich auch an, als wäre das genau die richtige Zeit, um viel zu arbeiten.”
Geboren wurde er als Sohn eines japanischen Vaters und einer amerikanischen Mutter in New York als das sechste von sieben Kindern. Als er acht Jahre alt war, zog er von New York nach Toronto. “Es gibt viele coole Orte, an denen man auftreten kann, es gibt eine gute Szene vor allem für Singer-Songwriter. Wir sind eine sehr musikalische Familie. Ich habe vier Brüder und zwei Schwestern. Alle meine Brüder machen Musik, so dass Musik bei uns im Haus immer an der Tagesordnung stand.“ Sein älterer Bruder George war eine große Inspirationsquelle für ihn und ist es noch immer. „Er ist zwei Jahre älter als ich. Er macht R&B und hat gerade sein Album „Believe“ in Kanada veröffentlicht. Er ist schon sehr früh zur Musik gekommen und war immer ein großes Vorbild für mich. Er war immer sehr leidenschaftlich bei der Sache.“
Justins eigene musikalische Wurzeln bildeten sich, als er seinen ersten Song im Alter von zwölf schrieb. „Es fing an ernst zu werden, als ich 14 war. Ich ging auf ein internationales Internat und fing dort an Gitarre zu lernen,“ sagt er. „Es gab dort eine Gruppe Kinder aus Mexiko, von denen einige mexikanisch-spanische Gitarre spielten. Mein Mitbewohner war Mexikaner und fing ebenfalls damit an. Sie brachten mir ein paar Songs bei und ich fing an meine eigenen zu schreiben.“
Die ältesten Songs auf „Holly“ kamen zustande, als er gerade mal 15 war, was fast unmöglich erscheint, wenn man sich die emotionale Tiefe auf „Supposed To Grow Old“ vor Augen führt. „Ich hatte gerade die neunte Klasse abgeschlossen und meine damalige Freundin verlassen. Es war, gemessen an meinem damaligen Altern, bereits eine sehr ernste Beziehung.“
Alle Songs sind lebhaft durch Nozukas einfühlsame Stimme umgesetzt, die sich mit einer Geschmeidigkeit mit den Melodien vereint, die den besten R&B- und Soulsängern das Wasser reichen kann. „Ich hörte sehr viel Radio und Soul wie Lauryn Hill und Marvin Gaye. Auf die Art und Weise habe ich immer gesungen.“
Und der Albumtitel? Es ist der Name seiner Mutter. „Meine Eltern haben sich getrennt und meine Mutter ist eine sehr starke Frau. Während ich an dieser Platte gearbeitet habe, habe ich sie immer mehr zu schätzen gelernt,“ sagt er. „Sie hat ganz alleine sieben Kinder groß gezogen. Seit ich klein war, hat sie mich immer unterstützt, was einer der wichtigsten Gründe ist, warum ich dran geblieben bin.“
Nozuka wird im Juni seinen Abschluss machen. Und obwohl er sich schon sehr auf die Freiheit freut, die Konzerte rund um den Globus mit sich bringen, ist er, für ihn typisch sehr zielstrebig was das Lernen anbelangt. „Es ist eine sehr wichtige Aufgabe für mich, eine großartige Erfahrung,“ sagt er und fügt sehr bestimmt hinzu: „Ich muss es tun.“
Genug der Hintergrundgeschichten. Man muss einfach nur die Musik hören, um es zu glauben. „Ich glaube, dass die Leute heute sehr daran interessiert sind, Musik zu fühlen. Ob es nun Damien Rice oder Ben Harper ist,“ sagt er. „Es wird immer beliebter, da die Leute die Echtheit spüren und wissen, dass es nichts Gestelltes ist. Das ist ziemlich attraktiv.“
Outcaste ist der Indie-Ableger vom Multi-Platin-Besitzer Relentless Records. Über ein Jahrzehnt hat Outcaste Künstler verschiedenster Hintergründe aufgebaut wie KT Tunstall, Nitin Sawhney und Oi Va Voi.
Dieser Eintrag wurde
am Mittwoch, den 12. März 2008 um 16:58 Uhr erstellt
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